Problemfall Helgoländer Binnenhafen: Rossmann (SPD) setzt sich ein

Abgeordneter nimmt Bund in die Pflicht

Hat der Bund Helgoland übers Ohr gehauen, als er der Gemeinde den Binnenhafen überließ? So drastisch formulieren die Insulaner nur hinter vorgehaltener Hand. Fakt ist aber: Statt der 2008 von der damaligen Eignerin, der Wasser- und Schifffahrtsdirektion, veranschlagten 3,1 Millionen Euro werden die Baumaßnahmen nach zahlreichen Prüfungen mittlerweile auf 25 Millionen Euro taxiert. „Das ist eine Dimension, die die Gemeinde alleine nicht stemmen kann“, findet der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann, der sich jetzt bei einem Arbeits-besuch vor Ort ein Bild von der Situation machte.

Der Parlamentarier sieht den Bund gegenüber der Insel noch einmal in der Pflicht. „Letztlich ist es egal, ob bekannt war, welche Ausmaße die Sanierung annehmen würde. Klar ist, dass die Fakten eine Neubewertung erforderlich machen. Der Bund darf Helgoland bei der Finanzierung nicht alleine lassen!“ Er hat den Parlamentarischen Staatssekretär im zuständigen Bundesverkehrs-ministerium, Enak Ferlemann, angeschrieben und gebeten, auf die Gemeinde zuzugehen. „Ich baue darauf, dass sich hier auf dem Verhandlungswege eine Lösung finden lässt“, so Rossmann. „So wie es sich die finanzielle Belastung jetzt darstellt, kann es bei den damaligen Verhandlungen ja niemand gewollt haben.“ Die Sanierungsarbeiten am nicht standsicheren Südostufer sollen im September starten und dann in zwei Phasen abgewickelt werden. Dabei stehen zunächst unter anderem Maßnahmen der Kampfmittelräumung und des Umgebungsschutzes und umfangreiche Baggerarbeiten an. Die erste Phase soll Ende April 2019 abgeschlossen sein, nach der Sommerpause soll dann der Bau der Kaje starten.
BU: Ein Bauprojekt, das finanziell aus dem Ruder läuft: Die Südostmole des Helgoländer Binnenhafens wird zum Millionengrab.